Europa ist mehr als der Stabilitätspakt und Brüsseler Bürokratie

10. MAI: VORTRÄGE, DISKUSSIONEN, LECKEREIEN UND MUSIK IM WISSENER KULTURWERK

Das marienthaler forum lädt ein zu einem Europatag. Einen Tag nach dem jährlichen Europatag der Europäischen Union (EU) und zwei Wochen vor der diesjährigen Europawahl steht das Wissener Kulturwerk am 10. Mai im Zeichen Europas. „Europa ist mehr als der Stabilitätspakt und Brüsseler Bürokratie. Auch wenn heute viele Experten eine neue Idee von Europa fordern, so ist der Grundgedanke doch das, was Europa im Kern ausmacht: dauerhafte politische Stabilität und Freizügigkeit für alle Unionsbürger, dazu der gemeinsame Binnenmarkt, der in der einheitlichen Währung mündete“, sagt Ulrich Schmalz, Initiator des marienthaler forums. Nicht die vielfach gescholtene Überregulierung aus Brüssel präge Europa, sondern die Chancen für jeden Einzelnen. Einen Schwerpunkt der Betrachtungen widmet das Forum dabei dem westlichen Nachbarn Niederlande. Beginn der Veranstaltung ist um 10.30 Uhr, die Teilnahme ist kostenfrei.

Ob es Zufall ist, dass man die Niederlande als Gastland des Europatages intensiver unter die Lupe nimmt? Immerhin kam von dort schon vor 500 Jahren der Ruf des Theologen und Philosophen Erasmus von Rotterdam, die Völker Europas mögen sich zu einem Völkerbund verbinden. In jedem Fall werden sich zwei Auftaktvorträge mit dem Nachbarn im Westen befassen. 
Dr. Eric Lemmens, Kabinettsmitglied des Kommissars des Königs (Gouverneur) der Provinz Limburg, betrachtet „200 Jahre Königreich der Niederlande“. In den Jahren 1813 bis 1815 wurden die Niederlande unter dem Haus Oranien-Nassau zum Königreich. Seine Gründung wird im Zeitraum 2013 bis 2015 in den Niederlanden gefeiert. Als eigenständige staatliche Einheit stehen die Niederlande jedoch bereits seit dem Frieden von Münster (1648) auf der europäischen Karte. Lemmens gibt dabei Antworten auf zahlreiche Fragen: Wie kam das Königreich der Niederlande zustande und wie verlief seine Vorgeschichte? Warum trennten die Belgier sich ab, warum war der niederländische König im 19. Jahrhundert Mitglied des Deutschen Bundes? Welche Bedeutung hatten die niederländischen Herrscher? Lemmens studierte Politikwissenschaft in Nimwegen und promovierte 2004 an der Universität Maastricht. Seine politisch-historische Doktorarbeit bezog sich auf die Integration im 19. Jahrhundert der südlichen Provinz Limburg in der niederländischen Nation.

Die Gegenwart steht dann im Fokus bei Dr. Lars Björn Gutheil von der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) in Den Haag: „Aktuelle Trends im deutsch-niederländischen Geschäft“. Die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK) bildet mit etwa 1.100 Mitgliedern das größte deutsch-niederländische Unternehmensnetzwerk, berät beim Markteinstieg und vertritt die Interessen von Investoren im jeweiligen Nachbarland. Gutheil geht auf aktuelle Entwicklungen im nachbarschaftlichen Handel ein und wirft dabei einen Blick auf Kulturunterschiede, Reformbedürftigkeit, Investitionsmöglichkeiten und Markthürden. Gutheil studierte in Münster Rechtswissenschaften und promovierte nach einem Forschungsaufenthalt in Dallas, Texas, über US-Wettbewerbs- und Markenrecht. Nach einem  Volontariat bei der Rheinischen Post arbeitete er als Referent, später auch als Pressesprecher der IHK Mittlerer Niederrhein in Krefeld. Seit 2006 ist er Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedermarketing der DNHK. 

„Betrachtungen zu Europa und seiner künftigen Entwicklung“ lautet dann der Titel der Podiumsdiskussion, an der neben den beiden Referenten auch Landrat Michael Lieber, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse AltenkirchenDr. Andreas Reingen, sowie Wim de GoeiManaging Director von SSI Schäfer Shop für die Benelux-Länder, teilnehmen. Sie diskutieren über den Status Quo des europäischen Projekts und die Fragen, wie Europa sich im Innern verändert, welche neuen Ideen es für Europa gibt und wie sie verwirklicht werden können. Im Anschluss an die Diskussion werden niederländische Spezialitäten gereicht, ein echter Käsemeister wird dazu Informationen geben. Für die musikalische Begleitung sorgen die Sunny Side JazzBand aus den Niederlanden und die heimische Band Schräglage. Die Sunny Side JazzBand ist schon seit bald vier Jahrzehnten  eines der führenden Jazz-und Swing-Ensembles im Osten der Niederlande. In 2011 und 2012 spielte die Band mit niemand geringerem als der berühmten Jazz-Sängerin Lils Mackintosh. Auch die Band Schräglage ist längst eine feste Größe, und zwar weit über die Region hinaus. Energiegeladener Frohsinn und spontane Spielfreude, melodiöse Improvisationen und jazzige Vocals, mitreißender Jazz, Dixieland, Blues und grooviger Swing, das sind die Attribute der achtköpfigen Band, die von Fachmedien zu den besten Amateurbands bundesweit gerechnet wird.

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